Waldneuanlage/-rodung

Waldneuanlage im Überschwemmungsgebiet des Mains bei Rüsselsheim
Waldneuanlage im Überschwemmungsgebiet des Mains bei Rüsselsheim

Die Neuanlage von Wald sowie die Aufforstung von Waldwiesen bedürfen der Genehmigung durch unsere Behörde, es sei denn, die Waldneuanlage oder Aufforstung der Waldwiesen ist rechtsverbindlich festgesetzt aufgrund anderer öffentlich rechtlicher Vorschriften oder von Entscheidungen, an denen die Forstbehörde beteiligt war (wenn bspw. für die aufzuforstende Fläche ein Bebauungsplan existiert).

Die Genehmigung kann nur versagt werden, wenn Interessen der Landesplanung und der Raumordnung, insbesondere die Interessen der Landwirtschaft oder des Natur- und Landschaftsschutzes gefährdet werden oder erhebliche Nachteile für die Umgebung zu befürchten sind. Daher sind in dem Genehmigungsverfahren die Untere Forstbehörde (Forstamt Groß-Gerau), die Untere Naturschutzbehörde, die Landwirtschaftsverwaltung, die jeweilige Gemeinde/Stadt sowie bei Flächen von über fünf Hektar Größe zusätzlich der Träger der Regionalplanung und die obere Forstbehörde beim Regierungspräsidium Darmstadt zu beteiligen.

Bestehender Wald darf nur mit Genehmigung unserer Behörde gerodet und in eine andere Nutzungsart umgewandelt werden (Umwandlung). Sofern hiervon Schutz-, Bann- oder Erholungswald betroffen ist, oder die Waldumwandlung im Zuge eines Verfahrens erfolgt, für das die Zuständigkeit des Regierungspräsidiums Darmstadt oder einer obersten Landesbehörde gegeben ist (z.B. wasserrechtliches Planfeststellungsverfahren zur Auskiesung, immissionsschutzrechtliche Verfahren, straßenrechtliche Verfahren etc.), ist insoweit die Genehmigung durch die obere Forstbehörde beim Regierungspräsidium Darmstadt zu erteilen
(RP Darmstadt: Waldrodungen-, neuanlagen).

Die Genehmigung soll versagt werden, wenn die Erhaltung des Waldes im überwiegenden öffentlichen Interesse liegt; dies ist insbesondere der Fall, wenn

  1. die Umwandlung Festsetzungen in Raumordnungsplänen widerspricht,
  2. Belange des Naturschutzes, der Wasserwirtschaft, der Landeskultur oder der Landschaftspflege erheblich beeinträchtigt würden oder
  3. der Wald für die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts, die forstwirtschaftliche Erzeugung oder die Erholung der Bevölkerung von wesentlicher Bedeutung ist.

Die Genehmigung wird davon abhängig gemacht werden, dass eine flächengleiche Ersatzaufforstung in dem betroffenen Naturraum oder in waldarmen Gebieten unter Berücksichtigung agrarstruktureller Belange nachgewiesen wird. Ersatzaufforstungen können auch vorlaufend nach den naturschutzrechtlichen Vorschriften über das Ökokonto vorgenommen werden. Hierfür ist ein separater Antrag bei der Unteren Naturschutzbehörde zu stellen. Soweit nachteilige Wirkungen einer Waldumwandlung nicht durch Ersatzaufforstungen ausgeglichen werden können, ist eine Walderhaltungsabgabe zu entrichten, deren Höhe nach der Schwere der Beeinträchtigung, dem Wert oder dem Vorteil für den Verursacher sowie nach der wirtschaftlichen Zumutbarkeit zu bemessen ist. Die Abgabe wird zur Erhaltung des Waldes verwendet und vom Land Hessen vereinnahmt.

Die Waldrodung muss nachweislich notwendig und keine Alternativen möglich sein (z.B. bei Standortgebundenheit des Vorhabens). Die Flächeninanspruchnahme muss so gering wie möglich sein (ggf. Variantenprüfung mit Flächenbilanz). Ferner ist eine Eingriffs- und Ausgleichsplanung nach naturschutzrechtlichen Vorgaben erforderlich.

Bei Erstaufforstungen ab einer Größe von 2 ha und Rodungen ab einer Größe von 1 ha ist zudem eine Vorprüfung des Einzelfalls anhand der Kriterien der Anlage 2 des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) erforderlich, ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen ist. Bei Erstaufforstungen ab einer Größe von 50 ha und Rodungen ab einer Größe von 10 ha ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung zwingend vorgegeben.

Zu waldbeanspruchenden Planungen und Vorhaben ist unsere Behörde zu hören.


Kontakt

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Fax: 06152 989-178

Frau D. Gessner
Zimmer 514
06152 989-394

Der Kreisausschuss des Kreises Groß-Gerau
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Fax: 06152 989-133
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