Solarkampagne

Auftaktveranstaltung Solarkampagne

Strom und Wärme durch Sonnenkraft  

KREIS GROSS-GERAU – Rund um das Thema Nutzung von Sonnenenergie drehte sich alles am Montag, 20. November, im Groß-Gerauer Landratsamt. „Dächer braucht der Kreis“ hieß es zum Auftakt der Solarkampagne. Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer begrüßte die zahlreich erschienen Gäste. „In der Diskussion um die Energiewende ist die Strom- und Wärmeproduktion durch Erneuerbare Energien ein immer wichtiger werdendes Thema“, sagte Walter Astheimer.

Elisabeth Straßer, Leiterin des Fachbereichs Wirtschaft und Energie der Kreisverwaltung, stellte kurz die Aktivitäten des Kreises Groß-Gerau zum Thema Energiewende im Kreis Groß-Gerau vor. Die Sonneninitiative e. V. zeigte Lösungen für die Installation von Solaranlagen, nannte Kosten sowie realisierbare Praxisbeispiele.  Volker Klös gab den Gästen einen guten Einblick, was bei der Realisierung einer eigenen Solaranlage beachtet und wie am besten vorgegangen werden sollte. Dass der Vortrag Interesse weckte, zeigten die Fragen, die hinterher gestellt wurden.

Florian Voigt von der HA HessenAgentur GmbH präsentierte den anwesenden Gästen das Solar-Kataster Hessen. Es bietet einen direkten Blick auf die Solarenergiepotenziale von Dach- und Freiflächen. Die Potenziale werden sowohl für Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung als auch für solarthermische Anlagen zur Wärmeerzeugung angezeigt. Mit Hilfe des Wirtschaftlichkeitsrechners können erste Informationen abgerufen werden.

Abgerundet wurde der Abend von Jürgen Pons aus Mörfelden-Walldorf und Hendrik Frey vom Fachbereich Wirtschaft und Energie. Pons berichtete aus erster Hand von seinen eigenen Solaranlagen und Hendrik Frey fasste kurz die Fördermöglichkeiten zusammen.
Im Anschluss der Veranstaltung standen Unternehmer aus der Solarbranche für erste Beratungsgespräche zur Verfügung. So konnten Bürger/innen ihrem Ziel –  eine eigene Solaranlage –  einen Schritt näher kommen.

Vorträge:

Energiewende Kreis Groß-Gerau (Elisabeth Straßer, Fachbereichsleiterin Wirtschaft und Energie Kreis Groß-Gerau)

Vorteil Solarstrom - Mit dem eigenem Dach Geld sparen (Volker Klös, Sonneninitiative e. V. )

Solar-Kataster Hessen (Florian Voigt, HA HessenAgentur GmbH)

Fördermittel (Hendrik Frey, Fachbereich Wirtschaft und Energie Kreis Groß-Gerau)

Im Kreis Groß-Gerau steckt viel Energie

Mehr als 1,5 Millionen Photovoltaikanlagen stellten Ende 2016 mit rund 41 Gigawatt Leistung den zweitgrößten Anteil der Stromerzeugungssysteme in Deutschland [BMWi].“

Der Kreis Groß-Gerau unterstützt die verstärkte Erzeugung von Strom und Wärme aus Erneuerbaren Energien. 2020 sollen 30 % des Strombedarfs mittels Erneuerbarer Energien gedeckt werden.

Mit 55.537 Wohngebäuden und rund 261.000 Einwohnern weist der Kreis eine hohe Besiedlungsdichte auf [Hessische Gemeindestatistik 2015]. Die dadurch bedingte Anzahl an Dachflächen begründet das hohe Solarpotential des Kreises.

Solarenergie

Vor dem Hintergrund knapper werdender Ressourcen, den Problemen der Atomenergie und den Folgen des Klimawandels werden nachhaltige Energielieferanten benötigt. Auf der Hand liegt hier die Nutzung der größten Energiequelle überhaupt, der Sonne.

Wie viel Energie gewonnen werden kann ist von einer Vielzahl Faktoren abhängig, unter anderem der vorherrschenden Globalstrahlung, der Dachneigung und -ausrichtung sowie eventuellen Verschattungen.

Photovoltaik – Mit der Sonne Strom erzeugen

Photovoltaikmodule wandeln Sonnenlicht mittels Solarzellen in Gleichstrom um. Für die Netzeinspeisung wird der Gleichstrom mittels Wechselrichter in Wechselstrom überführt.

Über das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) werden die Vergütungshöhe und die Einspeisebedingungen geregelt [§21]. Ab dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme (plus das Installationsjahr) beträgt der garantierte Zahlungszeitraum 20 Jahre. Durch die Degression der Einspeisevergütung ist der Monat der Inbetriebnahme für die Vergütungshöhe entscheidend [§49].

Auch im Hinblick auf sinkende Einspeisevergütungssätze gilt es die Deckung des Eigenbedarfs zu beachten. Die Anlagengröße sollte sich daher nach dem Stromverbrauch richten. Für einen drei bis vier Personenhaushalt mit einem Stromverbrauch von 4.000 kWh [Die Stromsparinitiative] ist eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 5 kW (5 kWp) angemessen.

Solarthermie – Mit der Sonne Wärme erzeugen

Solarthermieanlagen sammeln, mittels Solarkollektoren, Solarstrahlung und übertragen die Wärme auf ein Trägermedium. Die Wärmeabgabe durch das Trägermedium erfolgt dann in einem speziellen Wasserspeicher. Im Vergleich zu einem herkömmlichen Wasserspeicher muss dieser größer dimensioniert werden und benötigt mehr Anschlüsse.

Vor allem bei anstehenden Arbeiten am bestehenden Speicher bietet sich die Überlegung einer Solarthermieanlage an. Solarthermieanlagen können sowohl für die Trinkwassererwärmung, als auch zur Heizungsunterstützung genutzt werden. Für die Warmwasseraufbereitung einer Person reichen 1- 2 m2 Kollektorfläche aus, bei der Heizungsunterstützung muss von 2- 3 m2 pro Person ausgegangen werden. Je nach verwendetem Kollektortyp variiert die Flächeninanspruchnahme [Solaranlage-Ratgeber].

Das Solarkataster

Das „Solar-Kataster Hessen“ ist eine Initiative des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung.

Die interaktive Anwendung des Solar-Katasters gibt allen Interessenten eine erste Auskunft ob eine Solaranlage auf dem ausgewählten Dach sinnvoll ist. Mit wenig Aufwand zeigt das Solar-Kataster direkte Potentiale, sowohl für Photovoltaik- als auch für Solarthermieanlagen. Ein integrierter Wirtschaftlichkeitsrechner liefert Informationen über Amortisationszeit und Rendite der geplanten Solaranlage. Das Programm verwendet Standartwerte, die aber auch nach eigenem Bedarf angepasst werden können.

Das Solar-Kataster bietet eine unabhängige und neutrale Informationsplattform. Die Nutzung ist für Sie kostenfrei.

 

Probieren Sie es selbst aus: Solar-Kataster Hessen

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