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Zärtlichkeit und Erotik am Lebensende:

Hospiztag: Sex hört nie auf?!

Klimt Kuss

KREIS GROSS-GERAU – Das Netzwerk Hospiz und Palliativ im Kreis Groß-Gerau lädt zum 4. Hospiz- und Palliativtag nach Groß-Gerau ins Landratsamt ein. Der Tag ist für Mittwoch, 10. Mai, ab 14.30 Uhr geplant. Wie jedes Jahr veranstaltet das Netzwerk, ein lockerer Zusammenschluss von Menschen und Organisationen aus der Hospiz- und Palliativarbeit, eine Veranstaltung zu einem Thema, über das in der Öffentlichkeit selten gesprochen wird.

Die Veranstaltung befasst sich in diesem Jahr mit dem Thema „Zärtlichkeit und Erotik am Lebensende“. Die Organisatoren freuen sich, den Psychoanalytiker und Biologen Stefan Zettl (Heidelberg) begrüßen zu können. Zettl ist als bundesweit anerkannter Spezialist auf dem Gebiet der Sexualität bei Beeinträchtigungen und im Alter bekannt. Er wird zunächst einen Einführungsvortrag halten und damit zum Thema hinführen. Nach einer Kaffeepause wird ein Workshop angeboten, an dem sich alle – aktiv oder nur mit Fragestellungen – beteiligen können.

Sexualität stellt bis ins hohe Lebensalter für den Menschen einen bedeutsamen Aspekt der Lebensqualität dar. Auch wenn ein Patient durch seine fortschreitende Erkrankung oder deren Behandlung in seinen Fähigkeiten eingeschränkt ist, heißt das nicht, dass er über keine sexuellen Phantasien, Wünsche und Bedürfnisse mehr verfügt. In Gesprächen werden immer wieder Hemmungen deutlich, das Sexuelle zu benennen und dem Patienten damit vielleicht zu nahe zu treten und negative Reaktionen zu provozieren.

Der Vortrag und der sich anschließende Workshop und Erfahrungsaustausch beleuchten das Thema aus der Perspektive von Patienten, deren Angehörigen und den Betreuenden. Sie vermitteln konkrete Handlungsmöglichkeiten, wie das Thema Sexualität in die Palliative Care einbezogen werden kann: Wie können wir die lebensgeschichtliche Entwicklung und subjektive Bedeutung der Sexualität eines Menschen ansprechen und einschätzen? Wie können lebensgeschichtlich erworbene sexuelle Erfahrungen (zum Beispiel sexuelle Gewalt) integriert werden? Wie können sexuelle Bedürfnisse in welcher Form eine Erfüllung finden?

Der Eintritt zum Hospiz- und Palliativtag ist frei. Nach dem Workshop lädt das Netzwerk zu einem lockeren Austausch bei Brötchen und Getränken ein.

Nachfragen an: Cornel Ahlers, Telefon 06152-989.815, Mail c.ahlers@kreisgg.de.