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Kreis unterstützt Groß-Gerauer Tafel nach Feuer:

25.000 Euro als Starthilfe

KREIS GROSS-GERAU – Die gute Nachricht nach der schlechten kam am Montag, 10. Juli, um 14 Uhr: Landrat Thomas Will rief zu Beginn einer Pressekonferenz des Diakonischen Werks Groß-Gerau/Rüsselsheim bei dessen Leiter Lucian Lazar an, um ihn über die Unterstützung des Kreises nach dem Feuer bei der Groß-Gerauer Tafel zu informieren. Insgesamt 25.000 Euro werden als Starthilfe auf ein Sonderkonto bei der Kreissparkasse Groß-Gerau überwiesen: 10.000 Euro kommen vom Kreis, 10.000 Euro von der Kreissparkasse und 5000 Euro von den Riedwerken. Überglücklich und dankbar nahm Lucian Lazar diese Nachricht am Telefon entgegen und gab sie direkt an die anwesenden Pressevertreterinnen und -vertreter weiter.  

„Damit ist der Grundstock für die sofortige Fortführung unserer Tafel-Arbeit gelegt“, sagte Lazar in der ehemaligen Groß-Gerauer Nordkirche in der Danziger Straße, die zum diakonischen Zentrum gehört. Der Kirchenraum könnte zumindest vorübergehend, bis zum Jahresende, Ersatz für die in der Nacht zum Sonntag im Nachbargebäude komplett abgebrannten Tafel-Räume werden.
Das Feuer war an einem Seitenanbau des neben der Nordkirche befindlichen Mehrgenerationenhauses der Diakonie ausgebrochen. Tafel samt Einrichtung sowie das Begegnungscafé brannten nieder. Die Polizei schätzt den Schaden auf mindestens 150.000 Euro.  

„Der Kreis wird alles tun, was er kann, um in dieser Situation zu helfen“, hatte Landrat Thomas Will schon am Morgen gesagt, nachdem er sich den Schaden an Ort und Stelle betrachtet und mit Lucian Lazar geredet hatte. Es geht darum, dem Diakonischen Werk und seinen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern unter die Arme zu greifen, damit weiterhin einmal in der Woche Lebensmittel an Bedürftige ausgegeben werden können. Im Mehrgenerationenhaus steht aber nicht nur das Verteilen von Essen auf dem Programm. „Unser Haus ist viel mehr“, sagt Lazar. Das Knüpfen von Kontakten, menschliche Zuwendung, die Weitergabe von Tipps und Informationen sind genauso wichtig. Es gibt Kinderbetreuung, Cafézeiten, Nähkurse. Auch dafür muss nun nach dem Feuer die Infrastruktur erst wieder aufgebaut werden. 

Auf den ersten riesigen Schrecken folgten bei Lucian Lazar, Pfarrer Michael Scherer-Faller, Betriebsseelsorgerin Ingrid Reidt und den beiden Ehrenamtlichen Marianne Müller und Kerstin Marburger, die zur Pressekonferenz gekommen waren,  Dankbarkeit: dass bei dem Feuer niemand verletzt wurde, dass ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude (Wohnhäuser, Tagespflegestützpunkt, Wohngemeinschaft im ehemaligen Pfarrhaus) verhindert wurde, dass die zahlreichen Feuerwehrleute so gut gearbeitet haben. Nach der Mitteilung von Landrat Will richtet sich der Blick nun sogar schon wieder nach vorn: „Wir wollen weiter Leistungen für Bedürftige erbringen“, sagt Lucian Lazar. 

Um sich neu zu sortieren, kann das Diakonische Werk allerdings in den nächsten zwei, drei Wochen keine Tafel-Zeiten anbieten. Nächsten Donnerstag gibt es ein Helfertreffen – um das Geschehene zu verarbeiten, aber auch, um bereits Weichen für die Weiterarbeit zu stellen. Schließlich muss überlegt werden, wie der ehemalige Kirchenraum und die Empore am besten in Nutzungszonen aufgeteilt werden. Auch wollen Stadtkirchengemeinde und Diakonisches Werk weiter um Hilfe bitten: Sachspenden werden derzeit nicht benötigt, aber Geld. Denn als erstes werden eine große Kühlzelle und weitere Kühlgeräte benötigt, um die Lebensmittel lagern zu können; die jetzt verbrannte Kühlzelle hatte allein rund 14.000 Euro gekostet. Aber auch Mobiliar wird gebraucht. 

Das vom Kreis eingerichtete Sonderkonto  bei der Kreissparkasse kann von allen, die helfen wollen, für Spenden genutzt werden. Spenden sind möglich ans Diakonische Werk Groß-Gerau/Rüsselsheim, Lucian Lazar, Stichwort „Sonderkonto Tafel“. IBAN:  DE08 5085 2553 0016 1079 30.

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