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Unterschriftenübergabe im Sozialministerium:

16.000 Voten für die Kreisklinik

Unterschriften Kreisklinik

16.000 Unterschriften aus dem Kreis Groß-Gerau für den Erhalt der Kreisklinik brachten (von links) Horst Ahlbrecht, Brigitte Reitz und Jürgen Vonneilich (rechts) dem hessischen Sozialminister Stefan Grüttner zum Gesprächstermin in Wiesbaden mit. Foto: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – Die Bürgerinitiative für den Erhalt der Kreisklinik Groß-Gerau hat dem hessischen Sozialminister Stefan Grüttner am 19. April in Wiesbaden drei Pakete mit insgesamt 16.000 Unterschriften überreicht. All diese Unterschriften stehen für den Wunsch und die Aufforderung, sich für den Fortbestand der Klinik einzusetzen und das Krankenhaus für die Bevölkerung im Kreis Groß-Gerau zu retten. Rund 20 Aktive und Gäste – unter ihnen Landrat Thomas Will, Kreistagsvorsitzender Gerald Kummer und Groß-Geraus Bürgermeister Stefan Sauer – waren zur Übergabe der Päckchen und zum Gespräch zusammengekommen.

Der Landrat lobte die „hoch engagierte Bürgerinitiative“, die nicht allein die Kreisklinik im Blick habe, sondern auch generell die Gesundheitspolitik: „Nicht der Euro, sondern der Mensch muss mehr im Mittelpunkt stehen“, bekräftigte Thomas Will die Intention der Aktiven. Diese Forderung machten auch die Reden der BI-Vertreter Brigitte Reiz, Jürgen Vonneilich und Horst Ahlbrecht deutlich. Sie appellierten an Minister Grüttner, an die 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik zu denken, an die wohnortnahe Patientenversorgung sowie auch an die ethische, nicht nur an die betriebswirtschaftliche Dimension der Entscheidung. Und: Wieso könne das Land 20 Millionen Euro für die Schließung der Klinik geben, nicht aber für deren Neuaufstellung?

Stefan Grüttner nannte die Initiative für die Groß-Gerauer Kreisklinik nachvollziehbar, betonte jedoch die rechtliche Grundlage für Entscheidungen: Aus dem Strukturfonds können – nach Bundesrecht – nur der Abbau von Überkapazitäten, die Konzentration von stationären Versorgungsangeboten und Standorten sowie die Umwandlung von Krankenhäusern in nicht akut-stationäre örtliche Versorgungseinrichtungen gefördert werden, sagte er. Der Sozialminister machte in seinem Statement vor der Presse deutlich, dass es keine „Lex Groß-Gerau“ geben werde. Es liege jetzt in der Hand des Krankenhausträgers und der Klinikgeschäftsführung, wie es mit dem Krankenhaus weitergehe, über dessen Zukunft der Kreistag am 15. Mai entscheidet. Eine Empfehlung des Kreisausschusses an die Kreistagsabgeordneten, den Klinikbetrieb fortzuführen, ist bereits ausgesprochen, erinnerte  Landrat Thomas Will in Wiesbaden.

Das Fortführungsszenario erarbeitet hat Geschäftsführer Reinhold Linn, der bei dem Termin in Wiesbaden vor allem in die Zukunft schaute. Fehler aus der Vergangenheit breitzutreten, bringe jetzt nichts mehr. „Ich setze auf die Unterstützung von Kreistag und Bevölkerung.“

Mit Interesse hörte Reinhold Linn wie auch die übrigen Besucher, dass der Sozialminister mehrfach betonte: „Die Kreisklinik Groß-Gerau bleibt im Krankenhausplan.“ Das Land werde der Klinik den Versorgungsauftrag nicht nehmen. Es könne zwar keine besonderen finanziellen Zuwendungen geben, stehe aber für konzeptionelle Beratung zur Verfügung. „Und selbstverständlich hat die Klinik, wenn der Kreis als Träger sie weiterbetreibt, wie andere Kliniken auch, Anspruch auf Pauschalfördermittel“, so Stefan Grüttner.