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Energie-Monitoring-Bericht des Kreises für 2015:

Ökostrom auf dem Vormarsch

Foto: Fotolia_K.C.

KREIS GROSS-GERAU – Die vierte Fortschreibung des Energie-Monitoring-Berichts zu den kreiseigenen Liegenschaften für das Jahr 2015 enthält eine Reihe positiver Botschaften. Das teilt der Fachbereich Wirtschaft und Energie der Kreisverwaltung mit. Das vom Kreistag vorgegebene Ziel, im Bereich Wärme bis zum Jahr 2030 49 Prozent Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) einzusparen, wird in den kreiseigenen Liegenschaften erreicht, wenn die Entwicklung sich so positiv fortsetzt wie bisher. Seit 2007 wurden bereits 36 Prozent CO2e im Bereich Wärme eingespart.

Im Jahr 2015 wurden insgesamt 27 Prozent des Stromverbrauchs der kreiseigenen Liegenschaften rein rechnerisch durch Photovoltaik-Strom (PV-Strom) gedeckt. Das bedeutet: Das Ziel, den für die kreiseigenen Liegenschaften benötigten Strom bis zum Jahr 2020 zu 30 Prozent durch erneuerbare Energien zu erzeugen, wird sehr wahrscheinlich vorzeitig erreicht. „Das ist ein prima Ergebnis und zeigt, dass der Kreis Groß-Gerau auf dem richtigen Weg ist“, sagt der Erste Kreisbeigeordnete Walter Astheimer dazu.

Und es gibt noch weitere Erfolgsmeldungen: Im Kreis Groß-Gerau ist jede fünfte Schule im Passivhausstandard erbaut oder saniert worden, geht aus dem Energie-Monitoring-Bericht hervor. Von 46 Schulgebäuden im Kreis Groß-Gerau schneiden insgesamt 34 im Bereich Wärme besser ab als der bundesweite Vergleichswert für Allgemeinbildende Schulen; dies sind rund 75 Prozent der Schulen im Kreis Groß-Gerau.

Insbesondere bei den Schulgebäuden bis 3500 Quadratmeter schneidet der Kreis Groß-Gerau ausgezeichnet ab: Hier liegen von 25 Schulgebäuden insgesamt 21 besser als der bundesweite Vergleichswert; dies sind rund 85 Prozent aller Schulgebäude bis 3500 Quadratmeter im Kreis Groß-Gerau.

In den kreiseigenen Liegenschaften wird auf energieeffiziente Anlagen gesetzt. Im Jahr 2015 waren insgesamt sechs Pellet-Anlagen und sieben Blockheizkraftwerke in Betrieb. Durch diese Umrüstung konnte der Wärmeverbrauch in den Kreisliegenschaften im Jahr 2015 zu 11,5 Prozent aus erneuerbaren Energien gedeckt werden.

Auf insgesamt 21 kreiseigenen Liegenschaften sind Photovoltaik-Anlagen installiert, die seit dem Jahr 2008 insgesamt 12.132.452 Kilowattstunden (kWh) Strom in das öffentliche Netz eingespeist haben. Mit diesem Strom können rund 2600 Drei-Personen-Haushalte mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 4500 kWh versorgt werden. Durch die Einspeisung von PV-Strom ins öffentliche Netz konnten bisher 7895 Tonnen CO2e im Vergleich zum Deutschen Strommix eingespart werden. Um eine Vorstellung zu bekommen, was dieser Wert bedeutet, mag ein Vergleich herhalten: Ein durchschnittlicher Pkw benötigt rund 1700 Weltumrundungen, um so viel CO2e auszustoßen.

Allerdings gibt es auch einen weniger erfreulichen Aspekt im Monitoring-Bericht. Der Stromverbrauch in den kreiseigenen Liegenschaften stieg vom Basisjahr 2007 bis 2015 um insgesamt 1.024.850 kWh. Das entspricht einem Plus von 17 Prozent. Eigentlich lautete das vom Kreistag bestimmte Ziel im Bereich Strom, bis zum Jahr 2020 den Stromverbrauch gegenüber 2007 um 20 Prozent zu reduzieren.

Die wichtigsten Gründe für den generellen Anstieg des Stromverbrauchs sind der weitere Ausbau von Ganztagsschulen und damit der Betrieb von zusätzlichen Küchen sowie die Erweiterung der IT-Ausstattung. Partielle Erhöhungen entstehen durch Baustellenbetrieb bei Neubau- und Sanierungsmaßnahmen.  Die Zunahme des Stromverbrauchs ist lediglich durch einen sehr geringen Teil den Lüftungsanlagen in Passivhäusern geschuldet, betont der Fachbereich Wirtschaft und Energie.