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Ehrenamtliche als Integrationslotsen qualifiziert:

Kreis baut Lotsen-Pool auf

Helferinnen und Helfer im Integrationsprozess: Der Kreis Groß-Gerau und KVHS haben Ehrenamtliche als Integrationslotse qualifiziert. Das Bild zeigt: Reihe hinten: Peter Zubke, Veselina Dimitrova, Vaughn Coleman, Maya Azcona Baquero; Reihe Mitte: Silvia Parra Belmonte (Kreisvolkshochschule), Ingrid Eckert, Aziza Zaim Zouanat; Reihe vorne: Zuhal Salihy, Diana Muhamedmuradova, Gert Erwin Karbaum, Ivan Garofalo (Büro für Integration), Nilüfer Kuş (Büro für Integration).

KREIS GROSS-GERAU – Sie unterstützen Zugewanderte bei Behördengängen, schalten sich bei Fragen der Kinderbetreuung oder Berufstätigkeit ein, gehen bei Arztbesuchen mit: Integrationslotsen geben vielen Menschen Hilfestellungen bei der Integration. Auch im Kreis Groß-Gerau. Nilüfer Kuş, die Leiterin des Integrationsbüros des Kreises Groß-Gerau und Silvia Parra Belmonte, Fachbereichsleiterin bei der Kreisvolkshochschule Groß-Gerau haben  jetzt in einer kleinen Feierstunde den neuen Integrationslotsen, die künftig im Kreis Groß-Gerau tätig sein werden, die Urkunden überreicht.

Das Büro für Integration hat zusammen mit der Kreisvolkshochschule ein Konzept für diese Qualifizierung entwickelt. Das Integrationslotsenprojekt wird vom WIR-Fallmanager Ivan Garofalo zentral koordiniert. Einsatz und Tätigkeit der geschulten Frauen und Männern erfolgen dann in den entsprechenden Kommunen. 2016 fand die erste Qualifizierung in Kooperation mit der Stadt Groß-Gerau statt. In diesem Jahr wurde eine kreisweite Qualifizierung angeboten, um örtliche Netzwerke aufzubauen. „Eine verlässliche Struktur ist bei der Integration von Zugewanderten notwendig“, sagte Nilüfer Kuş.

In der Tat sind Integrationslotsen „Brückenbauer im Integrationsprozess“. Die Ehrenamtlichen geben den Menschen in der ersten Ankommens-Phase Orientierung und praktische Hilfe und vermitteln Wissenswertes aus der jeweiligen Stadt. Dafür sind die Integrationslotsen gut geschult: Sie haben sich in fünf Qualifizierungen im Landratsamt Groß-Gerau für ihre neue Aufgaben fit gemacht. „Die Qualifizierung umfasste 28 Unterrichtseinheiten“, berichten Nilüfer Kuş und Silvia Parra Belmonte. „Die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten sowie der Austausch untereinander ist für die zukünftige Tätigkeit der Integrationslotsen grundlegend und wertvoll.“

Der Bedarf nach qualifizierter Unterstützung im Integrationsprozess hat sich in den vergangenen Jahren aufgrund sowohl der erhöhten Migration aus den EU-Ländern als auch der Fluchtzuwanderung erhöht. Sowohl Neuzugewanderte als auch viele Ämter, Beratungsstellen oder Bildungseinrichtungen stoßen auf Zugangsbarrieren und erleben aufgrund fehlender oder nicht ausreichender Sprachkenntnisse Kommunikationsschwierigkeiten. Im Netzwerk der Integrationslotsinnen und -lotsen, das vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration gefördert wird, engagieren sich Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, die im Kreis Groß-Gerau leben und neben Deutsch eine weitere Fremdsprache sprechen.

In den kostenlosen Schulungen, die Integrationsbüro und KVHS gemeinsam anboten, wurden Inhalte und Themen wie soziale Kompetenz für interkulturelles Handeln, Kommunikationsmodelle, Konfliktbewältigung, Rollen- und Aufgabenprofil, Einführung in die Zuwanderungsgeschichte, Informationen über ehrenamtliche Tätigkeit vermittelt. Für das Modul Institutionenkunde wurden Kolleginnen und Kollegen aus den Fachdiensten der Kreisverwaltung (Soziale Sicherung, Jobcenter, Fachstelle Geflüchtete und Arbeit) miteinbezogen.

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