Abgeschlossenheitsbescheinigung nach
dem Wohnungseigentumsgesetz (WEG)

Weitere Informationen

Voraussetzung für die Eintragung von Eigentum in das Grundbuch an einer bestimmten Wohnung oder nicht zu Wohnzwecken dienenden Räumen sowie den zu diesen Räumen gehörenden Bestandteile des Gebäudes, ist die Abgeschlossenheitsbescheinigung.

 

Die Abgeschlossenheitsbescheinigung wird nach Bearbeitung der erforderlichen Antragsunterlagen von der Bauaufsichtsbehörde ausgestellt. Es wird bescheinigt, dass Wohnungen (Summe der Räume, welche die Führung eines Haushaltes ermöglicht, mit Küche oder einem Raum mit Kochgelegenheit sowie Wasserversorgung, Ausguss und WC) oder sonstige Räume, die sich im Unterschied zu den Wohnungen aus ihrer Zweckbestimmung ergeben (Läden, Werkstatträume, Praxisräume, sonstige gewerbliche Räume, Garagen und ähnliches) im Sinne des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG) in sich tatsächlich, räumlich und funktionell abgeschlossen sind.

 

Zweck der Aufteilung ist, die Grenzen des Sondereigentums und des Gemeinschaftseigentums klar und interpretationsfrei aufzuzeigen. Abgeschlossene Wohnungen und abgeschlossene „nicht zu Wohnzwecken dienende Räume“ müssen baulich vollkommen von fremden Wohnungen und/oder Räumen durch Wände und Decken abgetrennt sein und über einen eigenen abschließbaren Zugang verfügen. Einer abgeschlossenen Wohnung können auch zusätzliche Räume außerhalb der Wohnung zugeordnet sein.

 

Weiterhin können auch privatrechtliche Sondernutzungsrechte durch die jeweiligen Eigentümer erworben werden. Die Sondernutzungsrechte sind in der Abgeschlossenheitsbescheinigung nicht zu berücksichtigen.

Wer ist antragsberechtigt?

 

1.     Grundstückeigentümer/innen, einzeln oder gemeinsam

 

2.     die Erbbauberechtigten, einzeln oder gemeinsam

 

3.     jeder, der ein rechtliches Interesse an der Bescheinigung darlegen kann (zum Beispiel durch Eintrag einer Auflassungsvormerkung im Grundbuch oder Kopie des Kaufvertrages)

 

4.     Personen, die eine Einverständniserklärung einer der oben genannten Antragsberechtigten vorlegen. (1. – 3.)

 

Im Regelfall benötigte Unterlagen in 1-facher Ausfertigung

Schriftlicher Antrag (Antragsformular hier herunterladen) auf Abgeschlossenheitsbescheinigung bei der Bauaufsichtsbehörde mit Name und Adresse des Antragstellers und der ggf. abweichenden Adresse der Liegenschaft. Der Antrag ist vom Antragsteller zu unterschreiben. 

 

Nachweis der Antragsberechtigung (z. B. Auszug aus dem Liegenschaftskataster/Eigentümernachweis).

 

Ggf. Kopie aus dem Handels- oder Vereinsregisterauszug/Gesellschaftsvertrag.

 

Ggf. Handlungsvollmacht, wenn Sie vom Antragsteller als Bevollmächtigte/r ernannt wurden. Ist der Antragsteller eine juristische Person oder besteht aus mehreren Personen, ist eine natürliche Person als Handlungsbevollmächtigte zu benennen.

 

Wird der Antrag von mehreren natürlichen Personen gestellt, ist es notwendig eine natürliche Person als Empfangsbevollmächtigten zu benennen.

 

 

 

Im Regelfall benötigte Unterlagen mindestens in 2-facher Ausfertigung

  1. Bei Bestandsgebäuden Auszug aus dem Liegenschaftskataster/Liegenschaftskarte mit Ortsvergleich, auf dem mit Datum von einem Architekten oder öffentlich bestelltem Vermessungsingenieur bestätigt ist, dass der Ortsvergleich durchgeführt wurde (nicht älter als 2 Jahre).

    Bei zu errichtenden Gebäuden Auszug aus dem Liegenschaftskataster/Liegenschaftskarte (nicht älter als 2 Jahre). 

  2. Aufteilungspläne: 
    • Grundrisse für jedes Geschoss, Schnitte, Ansichten unter Angabe der jeweiligen Himmelsrichtung und Freiflächen auf dem Grundstück. Für die Erteilung der Abgeschlossenheit von Sonder-/Teileigentum sind die Aufteilungspläne vermaßt mit Angabe der Bemaßung einzureichen. Für Nebengebäude, die sich auf dem Grundstück befinden und zum Gemeinschaftseigentum gehören, werden keine Grundrisse, Ansichten und Schnitte benötigt. Die Nebengebäude sollen aber im Freiflächenplan benannt werden.  Die Wohnungs- und Sondereigentumseinheiten müssen zweifelsfrei ersichtlich sein. 

      Alle zu demselben Wohnungs- und Sondereigentum gehörenden Teile (Balkone, nicht ebenerdige Terrassen, Loggien) und Einzelräume sind zwingend mit der jeweils gleichen Nummerierung zu kennzeichnen. Alle zu der Wohnungs- oder Sondereigentumseinheit zugehörenden, außerhalb gelegenen Räume wie Abstellräume oder Garagenstellplätze, sind den Einheiten unter derselben Nummer zuzuordnen. 

      Die Nummerierung soll mit arabischen Ziffern in einem Kreis erfolgen. Räume, die zum Gemeinschaftseigentum (offene Stellplätze, Treppenhaus, Aufzüge, Heizungsraum, das Grundstück/Freiflächen und die Zufahrten/Zuwege etc.) gehören, sollen in den Plänen nicht nummeriert oder gekennzeichnet werden und müssen frei zugänglich sein.

    • Angabe der Raumbezeichnung (Küche, Bad etc.), auch in den Gemeinschaftsräumen wie zum Beispiel Heizungsraum, Waschküche. 

      Neben der vorzunehmenden fortlaufenden Nummerierung von vorgesehenem Wohnungs- und Teileigentum empfiehlt sich deren Markierung mittels verschiedenartiger Farbgebung (Farbsäume) zur besseren Unterscheidung. 

      Angabe der Liegenschaft mit Nennung von Flur/Flurstück(en) und dem jeweiligen Geschoss.
       
    •        Maßstab 1:100.

    •        Müssen vom Antragsteller unterschrieben sein.

 

 

Mehrausfertigungen

Neben der Erstbescheinigung besteht grundsätzlich die Möglichkeit noch weitere Mehrausfertigungen zu beantragen. In diesem Fall müssen Sie die Aufteilungspläne entsprechend vielfach einreichen. Die Höhe der anfallenden Gebühren können Sie unter dem Punkt „Anfallende Gebühren“ erfahren.

Anfallende Gebühren

pro Nutzungseinheit mit Wohnungsnutzung                                                          200,00 €

pro Nutzungseinheit mit gewerblicher Nutzung                                                    325,00 €

pro Nutzungseinheit mit Garagennutzung                                                              100,00 €

pro Nutzungseinheit in Nebengebäuden                                                                 100,00 €

pro Mehrausfertigung bis 10 Seiten                                                                                5,00 €

je weitere Seite                                                                                                                        0,50 €

Vorgehensweise bei der Antragsprüfung

Die Prüfung des Antrags erfolgt ausschließlich nach den Vorschriften des Wohnungseigentumsgesetzes. Eine baurechtliche Prüfung wird nicht vorgenommen. Weiterhin wird auch nicht überprüft, ob die Antragsunterlagen mit dem Baugenehmigungsstand des Gebäudes übereinstimmen. Mit einer Abgeschlossenheits-bescheinigung wird ein illegaler, baurechtlich ungenehmigter Zustand nicht legalisiert.

 

Die Abgeschlossenheitsbescheinigung ist kein Verwaltungsakt, sondern stellt als behördliche Wissenserklärung fest, dass die für die Bildung von Sondereigentum (Wohnungs- oder Teileigentum) vorgesehenen Wohnungen und sonstigen Räume (zum Beispiel gewerbliche Nutzungseinheiten) baulich in sich abgeschlossen sind.

Die Verantwortlichkeit für die Richtigkeit der Antragsunterlagen liegt beim Antragsteller.

 

Wir empfehlen Ihnen, vor Antragstellung zu prüfen, ob die Bauzeichnungen dem tatsächlichen, genehmigten Zustand entsprechen. Sollte dies nicht der Fall sein, setzen Sie sich bitte mit dem für die jeweilige Gemeinde bzw. Stadt zuständigen Sachbearbeiter/innen bei der Bauaufsicht in Verbindung, um abzuklären, ob für die baulichen Veränderungen ein Antrag gestellt werden muss.

In welchen Fällen gelten Kfz-Stellplätze als abgeschlossen?

Carports und ebenerdige Stellplätze außerhalb von Garagen sind nicht sondereigentumsfähig. Hieran können nur ggf. Sondernutzungsrechte erworben werden.

 

Tiefgaragenstellplätze gelten als abgeschlossen, wenn ihre Flächen am Fußboden durch dauerhafte Markierungen ersichtlich sind, zum Beispiel durch Wände, festverankertes Geländer, Begrenzungsschwellen aus Stein oder Metall, Markierungssteine oder Markierungsnägeln. Für die Antragsbearbeitung ist die Darstellung einer dauerhaften Markierung im Aufteilungsplan ausreichend.

 

Mehrfachparkanlagen sind als Anlage insgesamt sondereigentumsfähig. Sie können nur als Gesamtanlage für abgeschlossen erklärt werden. An den einzelnen Stellplätzen in diesen Anlagen können nur ggf. Sondernutzungsrechte erworben werden. Es ist nicht möglich, die einzelnen Stellplätze Wohnungen/Nutzungseinheiten im Rahmen der Abgeschlossenheitsbescheinigung zuzuordnen. Einem Doppel-Parker zum Beispiel kann aber insgesamt gesondert abgeschlossenes Teileigentum bescheinigt werden.

Nachträglichen Veränderungen

Wenn zum Beispiel nach Ausstellung der Abgeschlossenheitsbescheinigung das Dach ausgebaut oder zwei Wohnungen zusammengelegt wurden, sind für die Beantragung einer weiteren Abgeschlossenheitsbescheinigung nur noch die Grundrisse der geänderten, antragsgegenständlichen Einheiten einzureichen.

 

In der Abgeschlossenheitsbescheinigung sind nur die geänderten Wohnungen/Räume dargestellt. Die vorangegangenen Abgeschlossenheitsbescheinigungen behalten für die von der Änderung nicht betroffenen Einheiten ihre Gültigkeit.

 

Beispielsweise wird bei einer baulichen Zusammenlegung der Wohnungen Nr. 7‡ und Nr. 8ˆ in einem Achtfamilienhaus nur die neue zusammengelegte Wohnung dargestellt. Die neue Wohnung kann entweder die Nr. 7‡ oder die Nr. 8 ˆ behalten. Es kann aber auch eine bisher nicht vergebene Nummer verwendet werden.

Hier können Sie das Formular herunterladen

Kontakt

Sachbearbeiter/innen Abgeschlossenheitsbescheinigungen

Frau K. van Well
06152 989-573
Fax 06152 989-580
Zimmer 530

Zuständig für alle Gemarkungen

Vertretung: Herr Deboy, Durchwahl -631

Zuständigkeiten

    bauaufsicht@kreisgg.de

Sprechzeiten:
montags von 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr und
mittwochs von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr und
nach telefonischer Vereinbarung